2014

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Our 2013 vintage is available

(in German, for a change)

Praedikatswein, Silvaner, „Green Feather Wine“,

2013, Bio, 10% Alkohol, 8.5 gl Säure, 8.1g/l Restzucker

Etikette: Sonja Schmitt

„Ja und bei Omis Geburtstag ham sie dann alle gschaut, wie ich das Kuchenbuffet abgeräumt hab und die Kaffeekannen leergetrunken hab. Aber das hab ich gebraucht.“

Beschreibt das, was unser neuer Wein (2013er Jahrgang, Silvaner, Bio) auslöst?  Ein Schluck und die Bio-Kräfte wirbeln einen so durch, dass man rücklings am Kuchenbuffet landet?

Nein, das kann nicht sein. Denn der Wein ist ein sehr leichter Wein, nur 10%.  Und was eine Freundin da beschreibt, war der Ernte-Tag.  Die Ernte unseres ersten Bio-zertifizieren Weins. Da waren sehr wohl starke Kräfte am Werk, Wetter-Kräfte, die all die Freunde, die dabei waren, heute noch sehr gut vor Augen haben.

marzipan and label - cropped

Ist ein leichter Wein gut? Es gibt Genuss-Momente, da will man, dass sich der Wein um die Zunge rollt, sich im ganzen Mund ausbreitet, wie ein durchgeschmortes Weihnachtsessen. Da greif’ ich zu ca 12,5%, weiss aber, dass ich die leicht lähmende Wirkung von dem Schluck auch bald merken werde.  Wenn ich den glas-klaren Geschmack will, etwas von einem schönen Wasserfall, dann greif ich zu 10%.

Wie der Wein geworden ist, hat auch was mit dem Erntezeitpunkt zu tun, mit dem Tag, den die Freundin eingangs schilderte.  Die Fäulnis hat mit uns da schon harte Worte gesprochen gehabt, wie eine Lehrerin/ein Lehrer, der/die sagt, jetzt müssen endlich die Hausaufgaben gemacht werden. Er/sie meinte also, die Trauben müssten jetzt dringend runter vom Stamm.  Also haben wir einen Lese-Termin angesetzt.

greenfeather 2013 in basket

Und dann waren wir zwei, Nick und ich, einfach überwältigt: wer aller an so einem Tag kam und uns bei der Lese unterstützte, wo doch selbst die Heizung im alten Camping-Bus, der neben den Reben geparkt war, keine Abhilfe geschafft hätte.  Es war ein Samstag im Oktober, an dem sich die spät-abends noch geschnipselte Grossmenge an Salat in eine heisse Erbsensuppe mit Wuerstel verwandeln hätte sollen. Zwei kamen sogar mit neuem Baby, andere fanden uns trotz nur sehr vager Anhaltspunkte: ein Spitzname von Nick, als Teil von englischem ‚banter“, also Schmäh, auf dem Fussballfeld in die Fussballtruppe geworfen, wurde nun einem Winzer, der mit Stirnlampe aus dem zu reinigenden Fass kroch, vorgetragen, wo denn dieser lange, grosse Typ zu finden sei. Oder so etwa.  Und der Fussball-Kollege hat uns gefunden, was sehr wichtig war, weil wir ohne ihn an diesem Nachmittag den Traubenwagen nicht aus dem Weinberg-Schlamm gezogen hätten.

Er hat also ganz schön Kraft entfaltet, an diesem Tag, unser Wein, und vielleicht schmeckt man das ja auch. Das hat auch die Freundin gespürt, die vom Ernten direkt zum Omi-Geburtstag gefahren ist. Andere erzählen, wie sie um 8 Uhr einfach todmüde ins Bett gefallen sind.  – Oder aber das Erlebnis war so ein Höhepunkt, dass man gar nicht ans Schlafen denken konnte, sondern all die aufregenden Erlebnisse revue passieren liess.

Für uns ging es an diesem Abend ohnehin noch weiter, die Beeren mussten von den Stielen getrennt werden. Aber auch diese Maschinen wollten irgendwann ihre Ruhe, – Die Beeren auch, man wünscht sich, dass übernacht der Geschmack der Schalen in den Saft übergeht, bevor sich die Schalen dann in der Früh in der Presse verabschieden. Da steht man ungern daneben und sieht den Geschmackteilchen bei ihrer Reise durch das Maischebecken zu. Das wäre ja peinlich, sozusagen. Deshalb hatten wir uns fuer ein paar Stunden Schlaf im Campingbus in die Weinberge zurückgezogen.

Auch hier haben die Kräfte des Weins noch einmal zugeschlagen: Die Schlafstätte ware gerade eingerichtet, da fanden wir raus, dass wir direkt neben einer Party, in einem Vereinshaus in den Weinbergen, gelandet waren. Wir schunkelten noch im Rhythmus des Party-Beats, als wir in der Früh die Presse anschalteten. Vielleicht schmeckt man ja auch das.

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Das alles ist lange her. Die aus dem Trester geschüttelten Traubenkerne hängen noch getrocknet hier und warten auf das Pressen.  Auf die Nebenrolle hat sich das Öl eingestellt, gewinnen bei dieser Geschmacks-WM soll eindeutig der leichte Sommerwein, der wegen seiner guten Säure auch lange halten soll.

Bei all den Erlebnissen sei noch eine technische Anmerkung gemacht: Die Fragen, die Winzer umtreiben, wenn sie den Saft vor sich haben, bevor dieser sich also in die Vergärung verabschiedet, lauten: Geb ich Zucker dazu? Geb ich Säure dazu? Nehm ich Säure weg? Unsere Philosophie ist, an dem Wein so wenig wie möglich herumzufummeln. Dennoch haben wir uns in diesem Jahrgang eingereiht in die Vielen, die Säure reduziert haben. Bei der Frage nach dem Zucker geht es meistens nicht um Zucker, den man als süß schmeckt, sondern den, den man im Wein im Glas als höheren Alkoholgehalt schmeckt. Und nein, wir haben keinen Zucker zugegeben, sonst wär’s auch kein Prädikatswein.

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Wenn es in einem neuen Jahrgang mal wieder ein ‚um die Zunge rollender‘-Wein werden soll, dann zielt unsere Arbeit darauf ab, dass die Trauben länger hängen und der erhobene Zeigefinger des/der Fäulnis-Lehrerin/s nicht einschreitet. Das Aufregende ist ja, dass jedes Jahr ganz anders abläuft und wir noch gar nicht sagen können, wie die Natur ihr Veto-Recht dieses Jahr einbringen wird. Deshalb ist auch noch unklar, ob unsere Unterstützer der Ernte dieses Jahr mal einen T-Shirt Tag zur Ernte bekommen. Wenn ja, dann also doch wieder mit Salat.

 

Redaktionelle Anmerkungen:  Ob das, ganz oben, die Omi war oder eine andere Verwandte, muss ich nochmal nachfragen. Und bei der Schilderung der Begegnung mit dem Winzer, der den Weg weisen soll, sind auch andere Erlebnisse in die Schilderung reingerutscht: Moeglicherweise war er nicht am Fass-Reinigen.

Watching over the new buds…

photo 1-1

… is this mascot, if you can spot the “face” with funky glasses, maybe even half smiling. I said ‘hello’ to him on an early morning trip to see how much the catapillars had already munched away at the new vines.  He claims they have not, – yet. We shall see.

Cutting the vines

Time to get out there again, for a weekend session of cutting the vines (“Rebschnitt”). The pics below have been edited with pic monkey:

Will we get square grapes if our vines decide to grow in squares?

Will we get square grapes if our vines decide to grow in squares?

photo sqaure rebe full tint

 

The new equipment from earlier in the day...

The new equipment from earlier in the day…

... looked worn after just a couple of hours.

… looked worn after just a couple of hours.

 

From an early morning....

From an early morning….

... to an exhausted walk out of the vineyard at the end of the day

… to an exhausted walk out of the vineyard at the end of the day

 

 

 

Esca-Alert

This time last year, there was definitely excitement:  We had found a vineyard that we were allowed to treat “the organic way”.   A couple of weeks and months went by and we had invested lots of time and effort on each plant.  Imagine the punch into the stomach, when we started to count more and more dead plants, each time we came back to the vineyard.

This, as it turned out, was our first introduction to Esca, a wood disease which – as we learned – can do a lot of damage.

We could soon spot the pattern: the leaves showing a “tiger pattern”; and soon the colour brown took over the entire plant, making sure the dead plant, with the dead little shrimpled berries, stood out among the green-coloured vine neigbours.  If you are into horror shows, click on this gallery.

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The verdict: there is no cure.  All we could do was ensure it did not spread.  So, at that point, we could only mark the plants in bright orange paint, to ensure we would still find them in winter, when all plants, without their “leave-clothes” on, looked the same anyway.

So, here we are, with a big saw, wood-wax, and lots of disinfectant.  Cutting all the stems marked in orange will teach us, we are told, how far the illness has spread:  If we find the middle destroyed by mould (“Weissfaeule”), the plant is a gonner.  But if the illness has not yet spread that far, there is a chance that a new healthy bit will grow.

Disappointing: "Weissfaeule" had crept deep into the plant

Disappointing: “Weissfaeule” had crept deep into the plant

We cover every cut in wood-wax and that’s just one step to ensure “the fungal spores” (to get technical) do not spread to other plants.  There’s the regular cutting process, which every plant has to go through. It is quite time consuming and wiping the cutters with disinfectant after every plant, adds plenty more.

With the arms hurting, we still try to cross our finger that we will see less of Esca this year!

A New Year

vineyard morning winter pfalz

Mid-January, – and our first trip to the vineyard. The saw suggests it is going to get physical. We are cutting out the vines that got killed off by a disease called ‘Esca’ last year.  Altogether not a very atmospheric trip. Which is why I am posting pictures from a different wine area altogether, the Pfalz. Here, during a recent early morning run, a winter run in T-shirt, I could observe every possible stage of winter vineyard work: from vineyards that did not see a harvest, to others already cut and pruned, to others cleared out entirely: I hope our Esca-related vine cutting will not look as dramatic!

vines ripped out